Sharpe Ratio, Max Drawdown, Sortino: Die wichtigsten Performance-Kennzahlen verständlich erklärt
Jan-Patrick Krüger
Geschäftsführer

Hinter jedem Investmentprodukt steht heute eine Wand aus Kennzahlen. Sharpe Ratio, Max Drawdown, Sortino, Calmar, Volatilität. Was davon ist tatsächlich aussagekräftig, was eher Marketing? Dieser Ratgeber erklärt die wichtigsten Kennzahlen für Investmentstrategien in verständlicher Sprache, zeigt, wie man sie liest, und worauf Anleger beim Vergleich von Strategien wirklich achten sollten.
Key Takeaways
- Renditezahlen allein sagen wenig aus. Erst im Verhältnis zum eingegangenen Risiko werden Strategien vergleichbar.
- Sharpe Ratio, Sortino Ratio und Calmar Ratio setzen Rendite ins Verhältnis zu unterschiedlichen Risikomaßen und beleuchten jeweils einen anderen Aspekt.
- Aus unserer Sicht am aussagekräftigsten ist die RoMaD (Return over Maximum Drawdown): Sie setzt die erzielte Performance direkt ins Verhältnis zum schlimmsten zwischenzeitlichen Verlust und beschreibt damit, wie viel Rendite pro Einheit Risiko tatsächlich erwirtschaftet wurde.
Warum Risiko-Kennzahlen wichtiger sind als die reine Rendite
Wenn zwei Strategien im selben Zeitraum jeweils 10 % Rendite erzielt haben, sind sie damit gleich gut? Nicht zwangsläufig. Entscheidend ist, mit welchem Risiko diese Rendite erwirtschaftet wurde, wie tief die zwischenzeitlichen Verluste waren und wie konsistent die Ergebnisse zustande kamen.
Genau dafür gibt es risikoadjustierte Kennzahlen. Sie sollen vergleichbar machen, was auf den ersten Blick nicht vergleichbar ist. Eine Strategie mit 8 % Rendite und sehr ruhigem Verlauf kann objektiv besser sein als eine Strategie mit 12 % Rendite, bei der Anleger zwischenzeitlich 25 % Verlust gesehen haben.
Die folgenden Abschnitte zeigen die wichtigsten Kennzahlen, was sie messen, wo ihre Grenzen liegen und wie professionelle Investoren sie einordnen.
Volatilität: Das Maß für Schwankung
Die Volatilität ist die Standardabweichung der Renditen. Vereinfacht: Wie stark schwanken die Erträge einer Strategie um ihren Mittelwert?
Ein Wert von 10 % p. a. bedeutet, dass die Rendite einer Strategie typischerweise um 10 Prozentpunkte um den Mittelwert schwankt. Hohe Volatilität heißt nicht automatisch schlecht, sondern zunächst nur: unruhiger Verlauf.
Wichtig zu wissen: Volatilität bestraft Aufwärts- und Abwärtsbewegungen gleichermaßen. Eine Strategie, die in einem Quartal stark zulegt, wird statistisch genauso „bestraft“ wie eine, die stark verliert. Genau hier setzen die folgenden Kennzahlen an.
Sortino Ratio: Nur das Abwärtsrisiko zählt
Die Sortino Ratio ist eine Weiterentwicklung der Sharpe Ratio. Sie verwendet im Nenner nicht die gesamte Volatilität, sondern nur die Abwärtsvolatilität, also die Schwankung negativer Renditen.
Gerade für Alphawave ist diese Unterscheidung relevant. Unsere Strategien zeigen in einzelnen Phasen eine spürbare Aufwärtsvolatilität, also überdurchschnittliche Gewinne. In der klassischen Sharpe Ratio würden diese positiven Ausschläge die Kennzahl rechnerisch belasten, obwohl sie für Anleger genau das gewünschte Ergebnis sind.
Damit beantwortet die Sortino Ratio die für Anleger entscheidende Frage: Wie viel Mehrrendite erhalte ich pro Einheit unangenehmem Risiko? Positive Ausreißer werden nicht mehr bestraft.
In der Praxis liegt die Sortino Ratio meist über der Sharpe Ratio derselben Strategie. Besonders bei systematischen Strategien mit klar definierten Stop-Loss-Mechanismen ist die Sortino Ratio oft die ehrlichere Kennzahl.
Maximum Drawdown: Die wichtigste aller Risiko-Kennzahlen
Der Maximum Drawdown (kurz Max DD) ist der maximale Verlust, den eine Strategie im betrachteten Zeitraum von ihrem bisherigen Hoch bis zum darauffolgenden Tief erlitten hat. Er beantwortet die einzige Frage, die in Krisenzeiten wirklich zählt: Wie schlimm wurde es im schlechtesten Moment?
Ein Max Drawdown von 2,1 % bedeutet, dass das Kapital zu keinem Zeitpunkt mehr als 2,1 % unter dem bis dahin erreichten Höchststand lag. Zum Vergleich: Ein breit gestreutes Aktienportfolio erreichte allein in der Corona-Krise 2020 zwischenzeitliche Drawdowns von über 30 %.
Warum diese Kennzahl so wichtig ist
Drawdowns entscheiden in der Praxis darüber, ob ein Anleger eine Strategie durchhält. Wer bei einem Verlust von 15 % nervös wird und aussteigt, realisiert genau dann Verluste, wenn die Erholung kurz bevorsteht. Strategien mit niedrigen Drawdowns sind deshalb nicht nur statistisch attraktiver, sondern auch psychologisch besser durchzuhalten.
Calmar Ratio: Rendite ins Verhältnis zum schlimmsten Verlust
Die Calmar Ratio setzt die jährliche Rendite einer Strategie ins Verhältnis zu ihrem Maximum Drawdown. Sie beantwortet damit eine sehr greifbare Frage: Wie viel Rendite bekomme ich pro Einheit „schlimmsten Verlustes“, den ich aushalten musste?
Eine Strategie mit 15 % Jahresrendite und 5 % Max Drawdown hat eine Calmar Ratio von 3,0. Werte über 2 gelten in der Praxis als sehr gut, Werte über 3 als außergewöhnlich. Für Anleger, die vor allem auf Stabilität und Kapitalerhalt achten, ist die Calmar Ratio oft die aussagekräftigste aller Kennzahlen.
RoMaD: Return over Maximum Drawdown, aus unserer Sicht die aussagekräftigste Kennzahl
Die RoMaD (Return over Maximum Drawdown) ist eine der direktesten Kennzahlen überhaupt. Sie teilt die erzielte Rendite durch den maximalen zwischenzeitlichen Verlust und beantwortet damit die für Anleger wohl ehrlichste aller Fragen: Wie viel Performance habe ich tatsächlich pro Einheit Risiko bekommen, das ich aushalten musste?
Ein Beispiel: Eine Strategie liefert über einen Zeitraum 30 % Gesamtrendite bei einem Maximum Drawdown von 3 %. Die RoMaD liegt damit bei 10,0, für jeden Prozentpunkt zwischenzeitlichen Verlust gab es zehn Prozentpunkte Rendite. Eine andere Strategie mit 60 % Rendite, aber 30 % Drawdown, käme rechnerisch nur auf eine RoMaD von 2,0.
Anders als die Calmar Ratio, die typischerweise auf annualisierte Werte normiert, betrachtet die RoMaD die tatsächlich realisierten Größen über den Beobachtungszeitraum. Für Anleger, die wissen wollen, ob das eingegangene Risiko angemessen entlohnt wurde, ist sie aus unserer Sicht die aussagekräftigste aller Kennzahlen.
Weitere Kennzahlen, die man kennen sollte
Neben den zentralen Kennzahlen gibt es eine Reihe weiterer Werte, die in seriösen Performance-Reports regelmäßig auftauchen.
- Trefferquote (Hit Rate), Anteil der Trades oder Perioden mit positivem Ergebnis. Wichtig: Eine niedrige Trefferquote ist nicht zwingend schlecht, wenn die wenigen Gewinner deutlich größer sind als die vielen kleinen Verlierer.
- Profit Factor, Summe der Gewinne geteilt durch Summe der Verluste. Werte über 2 gelten als sehr robust.
- Recovery Time, Zeit, die eine Strategie nach einem Drawdown benötigt, um ein neues Hoch zu erreichen. Kurze Recovery Times sind ein Zeichen für strukturelle Stabilität.
- Korrelation, Verhältnis der Strategie-Renditen zu klassischen Anlageklassen wie Aktien oder Anleihen. Niedrige Korrelation ist gerade im Portfolio-Kontext besonders wertvoll.
Worauf Anleger beim Vergleich von Kennzahlen achten sollten
Kennzahlen sind nur so gut wie die Daten, auf denen sie beruhen. Beim Vergleich von Strategien lohnt sich ein nüchterner Blick auf die Rahmenbedingungen.
- Betrachtungszeitraum, Eine Sharpe Ratio über drei Monate hat eine andere Aussagekraft als über drei Jahre. Je kürzer der Zeitraum, desto leichter sind außergewöhnliche Werte zu erzielen.
- Marktphase, Wer ausschließlich in einem starken Bullenmarkt gemessen wurde, sieht oft besser aus, als er ist. Aussagekräftig sind Strategien, die mehrere Marktphasen durchlaufen haben.
- Simulation oder Live, Kennzahlen aus rein historischer Simulation sind grundsätzlich mit Vorsicht zu genießen. Live-Ergebnisse, idealerweise extern testiert, haben deutlich höhere Aussagekraft.
- Vergleichbare Anlageklassen, Eine Sharpe Ratio von 1,5 bedeutet bei einer Aktienstrategie etwas anderes als bei einer marktneutralen Anleihenstrategie. Ein fairer Vergleich erfordert ähnliche Risikoprofile.
Fazit: Kennzahlen lesen lernen, statt sich von ihnen blenden lassen
Performance-Kennzahlen sind das Vokabular der professionellen Geldanlage. Wer sie versteht, kann Strategien deutlich nüchterner und ehrlicher einordnen, als es Renditebalken allein erlauben.
Für Anleger ist die wichtigste Erkenntnis: Rendite ohne Kontext ist wertlos. Erst im Zusammenspiel mit Drawdown, Volatilität, Sharpe und Sortino entsteht ein belastbares Bild davon, wie eine Strategie wirklich arbeitet und wie sie sich in Stressphasen verhält.
Bei Alphawave veröffentlichen wir alle relevanten Kennzahlen für unsere Strategien fortlaufend im Performance Report und lassen sie zusätzlich extern testieren. Anleger sollten dieselbe Transparenz von jedem Anbieter einfordern, dem sie ihr Kapital anvertrauen.
Fixed Income Anleihe 28 / 30
Festverzinst investieren in ein profitables Quant-Fintech.
8,00 %
pro Jahr · 3 Jahre Laufzeit
8,50 %
pro Jahr · 5 Jahre Laufzeit
- Depotfähige Inhaberschuldverschreibung der Alphawave Finance GmbH
- Operativ profitables Fintech. Phase der Forschung abgeschlossen. Seit zwei Jahren profitabel.
- Zeichnung digital online oder klassisch per Zeichnungsschein.
Nächster Schritt
Strategie live ansehen und investieren.
Auf alphawave.eu erfahren Sie alles über Investmentprodukte, Performance und Konditionen.
Zur Investmentplattform