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Wie ist Alphawave entstanden? Acht Jahre Entwicklung, ein Moment der Skalierung

Jan-Patrick Krüger

Jan-Patrick Krüger

Geschäftsführer

28. Mai 20267 Min. Lesezeit
Alphawave GmbH Office Düsseldorf

Acht Jahre Stealth Mode, eine Vision, viele Iterationsschleifen. In der ersten Folge des Alphawave Podcasts spricht Geschäftsführer Jan-Patrick Krüger über den Weg vom ersten Berührungspunkt mit den Finanzmärkten 2012 bis zum testierten Live-Handel ab 2024, und darüber, warum Alphawave bewusst erst jetzt aus dem Stealth Mode kommt.

Key Takeaways

  • Alphawave entwickelt seit 2016 quantitative Handelsstrategien mit dem Ziel, unkorrelierte Renditen an den internationalen Finanzmärkten zu erzielen, nach acht Jahren Stealth Mode handelt das System seit 2024 live.
  • Kerngrundsatz „Response over Prediction“: Märkte werden interpretiert, nicht prognostiziert, Risiken werden konsequent begrenzt, profitable Setups laufen gelassen.
  • „Growth exposes fragility“: Stabilität vor Geschwindigkeit. Erst nach validiertem Live-Handel und über 3.000 Transaktionen geht Alphawave heute in eine sichtbare Skalierungsphase.
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Acht Jahre Stealth Mode, warum man von Alphawave bisher wenig gehört hat

Alphawave entwickelt seit 2016 quantitative Handelsstrategien mit dem Ziel, unkorrelierte Renditen an den internationalen Finanzmärkten zu erzielen. Über weite Strecken war das Unternehmen dabei bewusst im sogenannten Stealth Mode, sichtbar nach außen wurde wenig, intern wurde geforscht, getestet und implementiert.

Geschäftsführer Jan-Patrick Krüger formuliert die Prämisse rückblickend nüchtern: „Wir waren acht Jahre mehr oder weniger im Stealth-Mode, weil wir sehr stark mit unserer eigenen Entwicklung beschäftigt waren. Für uns galt: erst Beweise erzielen, bevor wir intensiv in die Öffentlichkeitsarbeit investieren.”

Diese Haltung ist in der Fintech-Welt eher die Ausnahme. Viele Wettbewerber kommunizieren früh, oft bevor belastbare Live-Ergebnisse vorliegen. Alphawave hat den umgekehrten Weg gewählt, und kommt erst jetzt, nach validiertem Live-Handel und externer Prüfung, sichtbar nach außen.

Wer steckt hinter Alphawave? Jan-Patrick Krüger über 8 Jahre Quant-Forschung & SkalierungAlphawave Podcast Folge 1: Jan-Patrick Krüger im Gespräch mit Oliver Schenk.
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Wie alles begann: Vision, Ernüchterung, Professionalisierung

Am Anfang stand keine Strategie, sondern eine Beobachtung. Nach einem Exit im Berliner Start-up-Ökosystem 2012 zog sich Jan-Patrick Krüger zeitweise aus dem aktiven operativen Geschäft zurück und versuchte, wie viele Privatanleger, durch Investitionen an den Finanzmärkten Lebenshaltungskosten zu decken und eine Überrendite zu erzielen.

„Sehr schnell kam ein ziemlich klarer Punkt der Ernüchterung”, beschreibt er diese Phase. „Es waren eigene Versuche mit eigenem Kapital, und dann hat man gemerkt: So funktioniert es nicht. Man muss es professionalisieren, um daraus etwas Belastbares zu erzeugen.”

Aus der Ernüchterung wurde Forschung. Aus der Forschung Entwicklung. Bis 2016 entstand schrittweise die Überzeugung, dass sich aus systematischen, quantitativen Modellen ein belastbares Geschäftsmodell bauen lässt, und mit dieser Überzeugung wurde Alphawave gegründet.

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Forschungsphase: Was eine quantitative Strategie wirklich leisten muss

Der Kern einer quantitativen Strategie ist nach Krügers Verständnis nicht, einzelne Marktphasen besonders gut zu treffen, sondern durch alle Marktphasen hinweg möglichst profitabel zu sein. Ein hoher Anspruch, denn klassische Investitionsentscheidungen sind in der Regel stark mit der jeweiligen Marktphase verzahnt.

„Wenn man sich den Standard-Asset-Manager oder den Anleger anschaut, folgt er sehr oft den Märkten oder ist auch gezwungen, den Märkten zu folgen”, sagt Krüger. „Mein Anspruch war es, das Ganze unkorrelierter zu machen und im Markt selbst Momente zu identifizieren, die gewinnbringend sein können.”

Dahinter steht eine bewusste Risikoaversität: ungeprüft in Aktien oder ETFs zu investieren, kommt für Krüger persönlich kaum infrage. Stattdessen entstand der Plan, statistisch belastbare Marktineffizienzen zu identifizieren und systematisch zu handeln, über lange Zeiträume, möglichst unabhängig vom Gesamtmarkt.

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„Response over Prediction“: Märkte interpretieren statt prognostizieren

Wer mit klar definierten Regeln handelt und zugleich risikoavers ist, braucht ein Prinzip, das beides vereint. Bei Alphawave heißt es bewusst plakativ: Response over Prediction.

„Quantitative Strategien sind, wenn man sie aus unserer Sicht richtig betreibt, sehr risikokontrolliert”, erklärt Krüger. „Wir können sehr klar identifizieren, in welchem Marktmomentum wir gerade sind. Wir bekommen direktes Markt-Feedback, wenn wir Modelle anwenden, insofern interpretieren wir die Märkte und spekulieren nicht im Markt.”

Statt zu wetten, was als Nächstes passiert, beobachten die Systeme, was gerade passiert, und reagieren auf statistisch belastbare Abweichungen. Risiken werden in jeder Position vordefiniert begrenzt, profitable Setups dürfen laufen, ein Prinzip, das sich in der gesamten Architektur des Systems wiederfindet.

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Iterationsschleifen und Resilienz: Acht Jahre, in denen viel passiert ist

Acht Jahre Entwicklung, das klingt nach einer linearen Geschichte. In Wirklichkeit war es das Gegenteil. „Komplexe Systeme brauchen ihre Zeit, und so ein Prozess ist nicht linear”, fasst Krüger es zusammen.

Phasen, in denen es schwierig wurde, gab es selbstverständlich. Was getragen hat, ist nach seiner Beschreibung weniger Genialität als Beharrlichkeit: „Was mich und auch das Team wahnsinnig motiviert, ist im Kern, jeden Tag etwas Neues zu lernen. Nicht aufzuhören, wenn wir auf Fragen stoßen. Nicht aufzuhören, Dinge zu hinterfragen, sondern stets zu versuchen, Lösungen für aufkommende Probleme zu finden.”

Die Entwicklung einer quantitativen Strategie ist in dieser Sicht nichts grundsätzlich anderes als jede ambitionierte Produktentwicklung: Iteration auf Iteration, mit einem konstanten Nordstern, Märkte richtig interpretieren und belastbare, performante Strategien aufbauen.

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Make or Buy: Die Entscheidung für eigene Systeme

Ein zentraler Wendepunkt fiel um 2018/2019. Bis dahin hatte Alphawave versucht, Teile der Handelslogik in externe Plattformen zu integrieren. Die Grenzen wurden schnell deutlich.

„Die Ausführungsgeschwindigkeit der Simulationen konnte dem nicht standhalten, die Komplexität war schwierig zu integrieren”, erinnert sich Krüger. Hinzu kam ein strategisches Risiko: „Es ist auch mit Risiken verbunden, sein Wissen in externe Systeme einzuspielen und dementsprechend sein proprietäres Wissen gegebenenfalls preiszugeben.”

Die Entscheidung fiel klar zugunsten einer Eigenentwicklung, umgesetzt gemeinsam mit einem Joint-Venture-Partner aus der Softwareentwicklung. Alphawave bleibt der primäre Handelspartner, die Plattform liegt vollständig in der eigenen Kontrolle. „Wir kennen heute jeden Prozess und haben alles in der eigenen Hand. Das hat einen sehr hohen Einfluss darauf, wie wir die Entwicklung gestalten und wie das System in welcher Situation funktioniert.”

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Plattform, Simulation, Live-Handel, die technologische Basis

Die heutige Infrastruktur deckt drei Stufen ab: Analyse, Simulation und vollautomatischen Handel. Märkte werden analysiert, Strategien implementiert und gegen historische Daten getestet, anschließend folgen Parameteroptimierung und Sensitivitätsanalysen.

„Das ist sehr komplex, dort ist sehr viel Entwicklungszeit reingeflossen, um diese Komplexität abzudecken”, sagt Krüger. „Und dann im nächsten Schritt logischerweise noch einmal ein halbes bis ein Jahr Entwicklungszeit, um diese Strategien vollautomatisch zu handeln, und gleichzeitig alle Eventualitäten und Blackboxen, die dort aufkommen können, ebenfalls zu handeln.”

Operativ läuft der Handel ohne aktive menschliche Eingriffe. Menschen schauen auf die Systeme, greifen aber im Normalbetrieb nicht in die Strategielogik ein. Frühere manuelle Eingriffe, etwa beim Schließen größerer Positionen am Tagesende, sind heute durch entsprechende Module abgedeckt.

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Von der Qualitätssicherung in den Live-Betrieb (2023, 2024)

Ab 2020 lagen die ersten vollständig eigenen Systeme vor. Es folgte eine intensive Phase der Qualitätssicherung, ab 2023 mit simuliertem Markt-Setup, ab Mai 2024 schließlich der Live-Handel auf eigene Rechnung.

„Wir handeln jetzt seit knapp zwei Jahren, das sind über 3.000 Transaktionen, in denen wir eins zu eins die Logiken unserer Modellberechnungen decken”, fasst Krüger den Stand zusammen. Die Wahl des Marktes ist dabei kein Zufall: Aktuell wird der FDAX gehandelt, wegen seiner Liquidität und seines Zeitfensters von 8 bis 22 Uhr. Alphawave handelt ausschließlich intraday, ohne Übernacht-Risiko.

Das System ist von Beginn an so designt, dass es sich auf andere liquide Märkte, weitere Futures, Forex, Rohstoffe, übertragen lässt. Skalierbarkeit ist kein nachträglicher Gedanke, sondern ein Designprinzip.

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„Growth exposes fragility“: Stabilität vor Geschwindigkeit

Warum nicht schneller? Eine Frage, die in einem Markt voller Wachstumsversprechen naheliegt. Krügers Antwort ist eindeutig: „Growth exposes fragility. Ich brauche erst die Stabilität und dann die Geschwindigkeit oder die Lautstärke.”

Schneller hätte mehr Fragilität bedeutet, Modelle, die unter dem Druck schnellen Wachstums hätten leiden können, oder eine institutionelle Erzählung, die der eigenen Substanz vorausgeeilt wäre. „Wir brauchen belastbare Systeme, die sich auch institutionell vertreten lassen. Erst in dem Moment, in dem wir diese Stabilität haben, sprechen wir intensiver darüber, was wir tun.”

Dass Alphawave heute deutlich sichtbarer auftritt, ist daher kein Strategiewechsel, sondern eine logische Konsequenz: Die Systeme haben den Praxistest bestanden, die Ergebnisse sind extern testiert, und damit gibt es eine Substanz, über die man sprechen kann, ohne in Versprechen abzudriften.

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Kapitalstruktur und nächste Schritte: Skalierung mit Substanz

Finanziert wurde Alphawave bis hierher über eine Mischung aus eigenen Mitteln, privaten und professionellen Investoren am Kapitalmarkt. Sobald die Modelle belastbare Ergebnisse lieferten, kam der Kapitalmarkt als zusätzlicher Pfeiler dazu.

„Wir sehen die Stärke in der Vielfalt”, sagt Krüger. „Wir haben eine sehr hohe Verbundenheit zum Kapitalmarkt, der uns bis heute unterstützt hat, und gleichzeitig sehen wir den institutionellen Weg als sehr vielversprechend, weil er einen schnelleren Kapitalzugang ermöglicht.”

Für die nächste Phase steht damit fest: weitere Skalierung der Systeme, in der Tiefe (höheres Volumen je Markt) wie in der Breite (zusätzliche liquide Märkte), unter strikter Beibehaltung des heutigen Qualitätsniveaus. „Die Performance, die wir heute erzielen, auf diesen Feldern zu halten und idealerweise noch weiter zu verbessern.”

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  • Depotfähige Inhaberschuldverschreibung der Alphawave Finance GmbH
  • Operativ profitables Fintech. Phase der Forschung abgeschlossen. Seit zwei Jahren profitabel.
  • Zeichnung digital online oder klassisch per Zeichnungsschein.
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Ein Rat zum Schluss

Am Ende der Folge fragt Oliver Schenk, was Krüger jemandem rät, der heute am Anfang eines vergleichbaren Wegs steht. Die Antwort fällt knapp aus, und passt zur gesamten Geschichte:

„Viel lesen, viel lesen. Immer wieder aufstehen. Antworten suchen auf Fragen, die auftauchen. Und natürlich eine sehr hohe Belastbarkeit mitbringen. Experte werden in dem, was man tut, idealerweise.”

Acht Jahre Entwicklung sind in dieser Lesart kein Umweg, sondern der eigentliche Weg. Dass Alphawave heute aus dem Stealth Mode kommt, hat einen einfachen Grund: Es gibt jetzt etwas zu zeigen.

Nächster Schritt

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