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Diversifikation

Letztes Update: 17. Juni 2026

Die Verteilung von Kapital über verschiedene Märkte, Instrumente oder Strategien mit dem Ziel, das Gesamtrisiko zu reduzieren, ohne die erwartete Rendite proportional zu senken.

Key Facts

Theoretisches Fundament
Markowitz (1952), Nobelpreis 1990
Faustregel Aktien
Ab ~30 Titeln sinkt unsystem. Risiko stark
Schlüsselgröße
Korrelation, nicht Anzahl

Diversifikation reduziert das Gesamtrisiko, indem sie Kapital auf möglichst unabhängige Renditequellen verteilt, nicht nur auf viele Titel im selben Markt.

In quantitativen Portfolios wird zusätzlich über Strategien, Zeitskalen und Märkte hinweg diversifiziert.

Warum Diversifikation als „einziges Free Lunch“ gilt

Harry Markowitz zeigte 1952: Kombiniert man Assets mit niedriger Korrelation, sinkt das Portfolio-Risiko schneller als die Rendite. Das ist das einzige bekannte ökonomische Phänomen, bei dem Anleger besseres Risiko-/Rendite-Verhältnis ohne Mehraufwand erhalten.

Wichtig: Diversifikation bedeutet nicht „viele Positionen“, sondern „viele unabhängige Risiko­quellen“. 50 Tech-Aktien sind ein Faktor-Wette, kein diversifiziertes Portfolio.

Diversifikation in quant. Portfolios

Quantitative Häuser diversifizieren auf drei Ebenen: Märkte (Aktien, Renten, FX, Rohstoffe), Strategien (Trend, Mean Reversion, Carry, Vol) und Zeithorizonte (Intraday bis mehrere Wochen). Ziel: Eine Equity Curve, die nicht von einer einzigen Marktphase abhängt.

Wissenswertes aus dem Markt

  • In der Finanzkrise 2008 stieg die Korrelation der MSCI-World-Sektoren von durchschnittlich 0,4 auf über 0,8, „Diversifikation versagt, wenn man sie braucht“ (Quelle: MSCI Research).
  • Trend-Following-Strategien zeigten 2022 eine durchschnittliche Rendite von +20 % (SocGen CTA Index), während Aktien und Anleihen gleichzeitig verloren. Klassisches Diversifikations­beispiel.